Literaturzirkel Pittental
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Gerda

Aktuelle Literatur
        
Das Paradies

Wenn die Berge den Horizont berühren,
der graue Morgennebel die Täler küsst,
der Wasserfall
sich todesmutig ins Tal hinabstürzt,
um anschließend, hurtig, munter
und ausgelassen seinen Weg fortzusetzen,
bist du angekommen.

Dort, wo am taufrischen Morgen
die Kühe friedlich über die Weiden grasen,
ihr Geläute dich sanft aus dem Schlaf erweckt,
eine kalte, klare Brise dich umschmeichelt,
wenn du aus dem Fenster siehst
und der Adler am Himmel
majestätisch seine Kreise zieht,
bist du angekommen.

Deine trüben Gedanken werden frei,
um wieder zu begreifen,
wie schön das Leben doch ist.
Dort, wo die Natur noch Natur sein darf,
um sich in ihrer ganzen Pracht zu entfalten,
bist du angekommen,
mitten im Paradies.
        
Die Natur und ihre Farben

Könnt´ mir vorstellen,
dass ich hierbliebe,
hoch droben auf dem Berg,
um den Tag zu begrüßen,
genauso wie die Nacht.

Die weißen Wolken
am blauen Himmel zähle,
sowie die goldenen Sterne
und den blassgelben Mond,
der über mir wacht.

Versuch die bunten Blumen zu deuten,
was sie alles Gutes für mich tun.
Lieg auf der grünen Wiese,
zwischen summenden Bienen,
um mich auszuruh’n.

Pflück und genieße
sprech aus der Natur,
dafür mein großes Lob!
Freu mich über Beeren
dunkelblau bis blutrot.
Pilze, gelbe und braune!
Es gibt so viele Farben,
über die ich neiderblassend staune.

Ein Maler hat sich einst, all die Farben,
abgeschaut von der Natur.
Sonst könnte er die Bilder nicht malen,
ganz sicher, um keinen Preis.
Wären sie auch noch so schön,
sie blieben einfach
nur schwarz oder weiß.
        
Zeit der Ruhe

Ruhig, ganz ruhig,
liegt vor mir das Tal.
Auf einmal,
da hab ich´s gespürt und mir gedacht,
was diese Ruhe mit mir macht.

Ich hab sie genommen
und tief in mein Herz getan,
denn ich war eins mit ihr,
von Anfang an.

Ruhig, ganz ruhig,
liegt vor mir das Tal.
Auf einmal
da hab ich´s gespürt und mir gedacht,
wie diese herrliche Ruhe,
einen anderen Menschen aus mir macht.
Der Moment

Ein kurzer Moment
kann vermeinen
durch eine Sekunde getrennt
ob wir lachen oder weinen.

Könnte man einen Moment
Sekunde und Augenblick vereinen
wäre die Träne vom Lachen nie getrennt
und niemand müsste mehr
vor Traurigkeit weinen.
 
        
Die Stille der Leere

Alles, was jetzt von dir abfällt,
wirst du nicht vermissen.
Die Leere füllt sich,
wie eine Quelle mit sprudelndem Wasser,
immer wieder,
mit einem neuen Gefühl
des dankbaren Staunens.

Klare Gedanken,
unendlich befreiender Ferne!
Den Wind auf der Haut
und den Duft der Bergkräuter,
einatmend dahingehend,
um, wie meditierend,
die Welt zu betrachten.

Die Stille ist hier oben dominierend,
denn kein Laut ist vorhersehbar.
Sie hat ihre ganz eigene Sprache,
die, wenn du genau hinhörst,
dich erfüllt mit neuer Lebensfreude -
nur für den Fall,
dass die Leere wiederkommt.
Keine Zeit

Keine Zeit hat so viel Zeit
wie die Zeit,
die man nie hatte.

Soviel Zeit hat keine Zeit,
um zu warten
auf die Zeit.

Nur die Zeit hat die eine Zeit,
um das zu tun,
wofür du dir Zeit nimmst.
   
 
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